First Trip to Afrika 

Tansania 2009

Reisebericht und Fototagebuch von Tamara Bauer

 

Vorbereitungen

Nachdem ein operativer Eingriff wegen Schwierigkeiten mit meiner Krankenkasse geplatzt war, hatte ich nun einen Zeitraum von zwei Wochen zur Verfügung, der offiziell als Urlaub galt und dem ich nun einen Sinn gegen mußte.

Allerdings kam ich zunächst nicht dazu, da ich alle Hände voll zu tun hatte, meine sehr kurzfristig angesetzte Fotoausstellung "Der Mauerfall" vorzubereiten und schließlich auch zu eröffnen. So kam es, daß ich am 01. November 2009 endlich die Zeit fand, mir über einen möglichen Urlaub Gedanken zu machen. Meine Freundinnen hatten entweder keine Zeit oder andere Sorgen, die sie davon abhielten, mit mir zu verreisen.

So konnte ich mich ganz auf meine Bedürfnisse konzentrieren.Da saß ich nun Sonntagmorgen vor meinem Computer und hatte die ganze Welt vor mir. Mit den mickrigen zwei Wochen ließ sich da nur ein winziger Ausschnitt ergründen - aber welcher?

In solchen Momenten befrage ich meinen Bauch.Wenn es nicht um Sachlichkeit geht, sind wir da ein ziemlich gutes Team. Und der sagte mir: "Wellnessen kannst du noch mit 80.Jetzt ist Zeit für Anstrengenderes."

Ein Kindheitstraum wurde wach. Als Kind hatte ich mit riesigem Interesse die Tiersendungen von dem berühmten Tierforscher Prof. Grzimek verfolgt. Da tollten kleine Leoparden auf dem Tisch herum und Worte wie Serengeti, Ngorongoro, Kilimandscharo waren wie Magie. Sie sprachen von unerreichbaren Abenteuern, die meine Fantasie beschäftigten.

Damals unvorstellbar, jetzt greifbar nah. Ich suchte mir das passendste, nicht das billigste Angebot heraus und buchte meine Reise für zwei Wochen, davon sechs Tage Safari durch drei verschiedene Nationalparks in denen wir fast jede Nacht in einer anderen Lodge übernachten würden. Im Anschluß wollte ich mich für vier Tage mit einem Badeurlaub auf Sansibar belohnen und noch ein bisschen ausruhen.

Am 2. November war alles gebucht und am 06.November hielt ich meine Reiseunterlagen in den Händen. Inzwischen mußte ich einen neuen Paß beantragen.Das wäre früher in solchem Eiltempo undenkbar gewesen. Nach drei Tagen war er da. Meine Impfungen waren ziemlich vollständig, aber die Schweinegrippe grassierte gerade und was wußte ich, wie sich das während meines Urlaubs entwickeln würde. Ich wußte, ich muß stundenlang auf Flughäfen ausharren und in Flugzeugen, wo es kein Entrinnen gibt vor Keimen. Also ließ ich mich impfen. Malariamittel bekam ich ganz problemlos und begann damit einen Tag vor der Reise, nicht wissend, wie die auf mich wirken würden.

Nun war ich vorbereitet, meine Kamera im Gepäck, den Ersatzakku und drei Speicherkarten eingepackt und ein paar Kleidungsstücke, natürlich im Safarilook.Meine Schuhe waren zwar bequem, verliehgen mir aber die Eleganz eines Elefanten mit zu kurzen Beinen. Ich fühlte mich ein wenig "overdressed", wollte aber auf keinen Fall auf Sicherheit verzichten, denn wer weiß, wer alles versuchen würde, aus dem afrikanischen Staub in meinen Schuhen ein neues  Zuhause zu finden.

Für alle Fälle packte ich im letzten Moment noch meine "Lieblingstrittchen" mit Absatz ein.

Jetzt war der Koffer aber voll und am 09.November 2009 startete ich zu unchristlicher Zeit zum Flughafen Berlin Tegel.

Ich wußte nicht, wie der Ablauf einer solchen Safarireise sein würde. Fest stand, wir würden nur zwei Nächte in der gleichen Unterkunft sein. Die anderen Nächte würden wir jeweils in einem anderen Quartier verbringen. Wie viel oder welche Mitreisenden ich haben würde, war mir nicht bekannt und zunächst auch ziemlich egal. Mein erklärtes Ziel für diese Reise waren eindeutig die Tiere Afrikas und nur auf die wollte ich meine Aufmerksamkeit richten.

Mein wichtigstes Reisegepäch war natürllich meine Kamera, eine Canon Power Shot G7. Ich hatte sie mir drei Jahre zuvor gekauft und war sehr zufrieden mit ihren Möglichkeiten und ihrer Handlichkeit. Ich halte es für sehr wichtig, die Kamera mal eben so "aus der Hüfte" zu benutzen, weil die schönsten Momente nicht gestellt sind, sondern unbemerkt ganz nebenbei passieren. Mit einem  "Riesenteil" um den Hals oder auf ein Stativ gepflanzt, flöße ich schon so viel Befangenheit ein, daß eben diese Schönheit des Ungestellten meist gar nicht erst aufkommen würde.

Aber vor dieser Reise hatte ich plötzlich das Gefühl, meine Ausrüstung sei unprofessionell und nicht den Anforderungen gewachsen. Also ging ich in einen der gängigen Elektronikfachläden, um mir eventuell ein zusätzliches Objektiv auch für weit entferntere Tiermotive zu kaufen.

Eine sehr nette und scheinbar ebenso kompetente Verkäuferin fragte mich nach dem Typ meiner Kamera. Ich sagte ihr diesen und das für mich erst kürzlich zurückliegende Erstehungsdatum. Darauf lachte sie immer noch sehr freundlich und wies mich darauf hin, daß es seit 2006 inzwischen den Typ G12 gebe. In drei Jahren ist meine Kamera also schon zum fünften Mal überholt worden. Natürlich gibt es für so eine "alte Kiste"kein Zubehör mehr. Ich war geneigt, mich persönlich getroffen zu fühlen, sah dann aber lieber davon ab und dachte mir: "Dann muß ich eben näher ran an die Viecher und spare einen Haufen Geld."

Ich packte natürlich auch mein Fernglas ein, welches ich mal bei einer Kaffeefirma preiswert erstanden hatte und für gut befand. Es war leicht und ebenfalls handlich und paßte gut in meine Bauchtasche, die ich während der Reise tragen würde. Die Vergrößerung 16x32 hatte ausgereicht, daß ich auf meinen Donaudeltareisen alle Vögel gut bestimmen hatte können, auch wenn sie noch so hoch geflogen waren. "Da wird's doch bei den großen Tieren erst recht ausreichen", dachte ich bei mir.